Ein sommerlicher Spaziergang durch die Stadt, die Sonne scheint, und dein Hund ist gut gelaunt. Doch während du bequem in deinen Schuhen läufst, trägt dein Vierbeiner seine Pfoten direkt auf dem Boden. Was für dich angenehm warm klingt, kann für ihn schmerzhaft heiß sein. Heißer Asphalt ist eine der am häufigsten unterschätzten Gefahren im Sommer für Hunde.
Bei einer Lufttemperatur von 25 Grad kann sich dunkler Asphalt auf bis zu 52 Grad aufheizen. Bei 30 Grad Außentemperatur sind auf der Asphaltoberfläche Werte von 60 Grad und mehr möglich. Das entspricht in etwa der Oberfläche einer Bratpfanne auf mittlerer Stufe. Bereits wenige Sekunden auf diesem Untergrund können zu Verbrennungen an den empfindlichen Pfotenballen führen.
Die gute Nachricht: Mit einem einfachen Test kannst du vor jedem Spaziergang prüfen, ob der Boden sicher ist. Und mit ein paar cleveren Gewohnheiten lässt sich das Verletzungsrisiko deutlich senken, ohne auf gemeinsame Spaziergänge zu verzichten.
Wie heiß wird Asphalt wirklich?
Der Unterschied zwischen Luft- und Bodentemperatur ist im Sommer deutlich größer, als er sich anfühlt. Dunkler Asphalt absorbiert Sonnenstrahlung besonders stark und speichert die Wärme lange. Wissenschaftliche Messungen zeigen: Bei 25 Grad Lufttemperatur können auf Asphalt bis zu 52 Grad gemessen werden, bei 35 Grad sogar über 65 Grad.
Hellere Untergründe wie Beton oder Naturstein heizen sich etwas weniger auf, sind aber ebenfalls nicht ungefährlich. Holzstege am Wasser, Strandsand und dunkle Pflastersteine können im Sommer ähnlich hohe Temperaturen erreichen. Die Oberfläche ist auch nicht der einzige Faktor, Wärmestrahlung, die von Hauswänden, Zäunen oder Autos abgegeben wird, erhöht die gefühlte Temperatur weiter.
Dazu kommt: Der Boden hält seine Wärme deutlich länger als die Luft. Auch wenn die Sonne bereits untergegangen ist und die Lufttemperatur angenehm sinkt, kann Asphalt noch Stunden danach Wärme abgeben. Wer seinen Hund für einen Abendspaziergang rauslässt, sollte auch dann noch kurz überprüfen, ob der Untergrund bereits abgekühlt ist.
Der Sieben-Sekunden-Test
Der einfachste und zuverlässigste Weg, die Bodentemperatur einzuschätzen, ist der Sieben-Sekunden-Test. Leg den Handrücken oder die Handfläche flach auf den Boden, auf dem du mit deinem Hund laufen möchtest. Wenn du diesen Kontakt nicht für volle sieben Sekunden aushältst, ist der Untergrund für Hundepfoten zu heiß.
Dieser Test braucht keine App, kein Thermometer und keine Hilfsmittel. Er funktioniert auf Asphalt, Beton, Pflastersteinen, Holzterrassen und anderen Untergründen gleichermaßen. Mach ihn zur festen Routine, bevor ihr gemeinsam losgeht, vor allem in den Mittags- und Nachmittagsstunden.
Der Handrücken ist dabei etwas empfindlicher als die Handfläche und gibt ein realistischeres Bild davon, wie sich die Wärme auf empfindlicher Haut anfühlt. Hundepfoten sind robuster als unsere Handrücken, aber nicht hitzefest. Wenn es für dich unangenehm ist, ist es auch für deinen Hund zu heiß.
Wann Hundepfoten wirklich in Gefahr sind
Hundepfoten sind von Natur aus strapazierfähig. Die Pfotenballen bestehen aus einer dicken, leicht verhornten Haut, die Schutz vor normalem Untergrund und moderaten Temperaturen bietet. Diese Robustheit führt jedoch dazu, dass viele Halter das Verletzungsrisiko unterschätzen.
Verbrennungen entstehen nicht nur bei extremer Hitze. Schon 45 bis 50 Grad auf dem Untergrund können nach wenigen Minuten zu Reizungen führen, besonders bei Hunden, deren Pfoten weniger abgehärtet sind, wie bei Welpen, älteren Hunden oder Tieren, die hauptsächlich auf weichem Untergrund laufen.
Auch das Tempo spielt eine Rolle. Ein langsam spazierender Hund hat mehr Kontaktzeit mit dem heißen Untergrund als einer, der zügig läuft. Wer bei Hitze mit dem Hund auf heißem Asphalt steht und wartet, zum Beispiel an einer Ampel oder vor einem Geschäft, setzt ihn unnötig lange hohen Temperaturen aus. Kurze Stopps auf Gras oder im Schatten helfen hier weiter.
Diese Zeichen zeigen, dass die Pfoten leiden
Hunde zeigen Schmerzen oft erst, wenn sie bereits stark sind. Dennoch gibt es frühe Hinweise, auf die du achten solltest. Wenn dein Hund beim Laufen einzelne Pfoten anhebt, humpelt oder plötzlich stehen bleibt und nicht mehr weiterlaufen möchte, ist das ein deutliches Signal.
Übermäßiges Lecken an den Pfoten nach einem Spaziergang kann ebenfalls auf Reizungen oder Verbrennungen hinweisen. Untersuche die Pfoten dann sorgfältig: Gerötete, aufgeraute, abgeschälte oder blasige Pfotenballen sind eindeutige Zeichen, dass der Untergrund zu heiß war. Wunden können dabei manchmal schwer zu erkennen sein, weil die verhärtete Haut optisch nicht immer aufgebrochen wirkt.
Wenn dein Hund die Pfoten empfindlich reagierend zurückzieht, wenn du sie berührst, nimm das ernst. Eine sorgfältige Untersuchung und gegebenenfalls ein Tierarztbesuch sind dann die richtige Reaktion. Verbrennungen an Pfoten können schmerzhaft und hartnäckig sein und sollten nicht ignoriert werden.
Erste Hilfe bei Pfotenverbrennungen
Wenn du bemerkst, dass die Pfoten deines Hundes durch heißen Untergrund geschädigt wurden, bringe ihn sofort auf einen kühlen, weichen Untergrund, am besten ins Kühle oder auf Gras im Schatten. Lass ihn nicht weiter auf dem heißen Boden laufen, trag ihn wenn nötig.
Kühle die betroffenen Pfoten vorsichtig mit kühlem, fließendem Wasser. Nicht eiskaltes Wasser und keine Eiswürfel direkt auf die Haut legen. Kühle, feuchte Tücher sind eine gute Alternative. Verhindere, dass dein Hund an den Pfoten leckt, das kann Wunden öffnen und Entzündungen begünstigen.
Bei leichten Rötungen ohne offene Wunden kann eine kurze Kühlphase ausreichend sein. Sind die Pfoten jedoch blasig, aufgeplatzt oder zeigt dein Hund anhaltende Schmerzen, ist der Tierarzt die richtige Anlaufstelle. Verbrennungen zweiten Grades an Pfoten sind ernstzunehmende Verletzungen, die fachgerechte Versorgung brauchen.
Schutzmaßnahmen für Hundepfoten im Sommer
Die wichtigste Schutzmaßnahme ist die Wahl des richtigen Zeitpunkts. Früh morgens vor 9 Uhr und abends ab 19 Uhr sind Asphalt und andere Böden deutlich kühler. Plane Spaziergänge konsequent in diese Zeiten, vor allem an Tagen mit starker Sonneneinstrahlung. In der Mittagshitze ausgedehnte Spaziergänge zu vermeiden schützt deinen Hund auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Wähle naturnahe Untergründe, wann immer es möglich ist. Waldwege, Grasböden im Park, Flussufer und unbefestigte Pfade sind im Sommer immer deutlich kühler als städtische Gehwege. Selbst innerhalb der Stadt lassen sich oft Parallelrouten mit mehr Schatten und Grün finden, die eine echte Alternative zur Hauptstraße bieten.
Pfotenpflegecremes bilden eine schützende Schicht auf den Pfotenballen und können bei regelmäßiger Anwendung die Widerstandsfähigkeit verbessern. Sie ersetzen aber keine kühlen Untergründe. Hundeschuhe sind die robusteste Lösung, werden aber nicht von jedem Hund akzeptiert. Mit etwas Geduld und positiver Eingewöhnung lassen sie sich vielen Hunden beibringen. Die Pfoten nach jedem Spaziergang kurz zu kontrollieren ist eine einfache Gewohnheit mit großer Wirkung.
Fazit
Hundepfoten sind robuster als sie wirken, aber sie brauchen im Sommer deine Aufmerksamkeit. Der Sieben-Sekunden-Test ist schnell gemacht und kann echten Schaden verhindern. Wer früh morgens oder abends spazieren geht und naturnahe Wege wählt, gibt seinem Hund den besten Schutz. Kein Aufwand, große Wirkung.